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Dahn/Rheinland Pfalz: Vom 01. - 07. August stand das Dahner Felsenland ganz im Zeichen des Bogensports. Die Dahner Bogenschützen waren mit Unterstützung des Deutschen Feldbogen Sport Verbandes Ausrichter der Weltmeisterschaft der IFAA im Feld- und Jagdschiessen. Eine riesige Aufgabe, die die Dahner mit unglaublicher Unterstützung der Einwohner hervorragend gestemmt haben. Eine logistische Meisterleitung, 25 Nationen mit insgesamt 700 Schützen eine Woche lang von morgens bis abends mit Verpflegung zu versorgen. Es wurden 5 Parcours eingerichtet und bei jedem konnte man ca. alle 2 Std. auf einen Verpflegungsstand seine Bedürfnisse befriedigen. Einfach toll, übrigens zu echt humanen Preisen, trotz WM. Bedenkt man, das der Verein nur 35 Mitglieder zählt, fragt man sich schon, wie sie das eigentlich geschafft haben. In den Parcours gab es auch nichts zu meckern, sieht man mal von den zu bewältigenden Wegen ab. Steil, aber auch so was von steil, das der Eine oder andere sich Hufe statt Füsse gewünscht hat. Verlaufen konnte man sich auch nicht, alle Wege waren vorbildlich in Deutsch und Englisch gekennzeichnet, nach dem Motto, lieber ein Schild zu viel als zu wenig, Super!
Sonntag: Einmarsch der Nationen. Alle Nationen versammelten sich am Dahner Schulzentrum um dann gemeinsam, sauber geordnet (na ja), mit den Landes-Fahnen durch den Ort bis zum WFAC - Center zu marschieren. Anfangs waren vereinzelte Schaulustige am Strassenrand und in den Fenstern der Häuser zu beobachten. Als wir dem Stadtzentrum immer näher kamen, konnte man die vorne weg laufende Musikkapelle kaum noch hören. Mit so vielen, begeisterten Zuschauern hatte wohl niemand gerechnet. Wer schon mal bei einem Karnevals Umzug dabei war, kann sich die Menge und deren Begeisterung wohl vorstellen. Es war grandios! Die Menschenmenge bei der Eröffnungsfeier im Stadtpark glich schon einem Ameisenhaufen, das habe ich noch nie erlebt, einfach toll. Nach dem offiziellen Teil konnte man sich den vielen Buden für Essen und Trinken widmen, währen die Kinder Abwechslung an diversen Vergnügungsgeräten hatten. Eindrucksvoll, den alles war während der ganzen Woche vorhanden. Kommen wir zum Wichtigsten, dem Schiessen, denn deshalb waren ja eigentlich alle Aktiven da. Jeder Schütze hatte an jedem Tag einen neuen Parcours zu bewältigen. Meine Reihenfolge war Roter-, Blauer-, Grüner-, Gelber-, Weißer Parcours. Um es vorweg zu nehmen, alle Parcours waren vom Gelände und den gestellten Scheiben her sehr, sehr anspruchsvoll zu gehen und zu beschiessen. Der rote einen Tick schwerer. Bis auf den Tag der Tierbildrunde hier waren wir “nur” ca. 7 Std. im Gelände, brauchten wir im Schnitt 9 - 10 Std. pro Parcours. Wir konnten alle froh sein, das sich die hohen Temperaturen in dieser Woche zurück hielten. Geschwitzt wurde trotzdem. 2 Liter Wasser oder andere geheime Getränke waren an der Tagesordnung. Am ersten Tag schoss ich mit Mike Cowie aus Australien und Robert Deston aus den USA zusammen, beide in den Jahren etwas fortgeschritten. Sie waren sich wie viele andere auch einig, das das der schwerste Parcours war, den sie jemals geschossen hatten. Mike, 196 cm groß, 120 kg schwer und 71 Jahre alt hat den 1. Tag mit unserer Unterstützung (Bogen und Rucksack tragen) geschafft und war dann Wort wörtlich geschafft. Er ist an den folgenden Tagen nicht mehr angetreten und erschien dann noch mal am letzten Tag aus Freundschaft im Parcours. Insgesamt haben noch viele die Segel streichen müssen. Wie genial man Scheiben auf der Wiese und im Wald aufstellen kann, haben die Dahner eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Kommt man zum Beispiel zur nächsten Scheibe an seinen Pflock steht man vor einer riesigen Wand von Berg, 80 Yard (73,4 m), 45° Steigung und nur eine 80er Auflage, die von meinem Punkt im Scope fast komplett abgedeckt wurde. Erster Gedanke, zwischen die vielen Bäume durch, geiler Schuß, zweiter Gedanke, wie bekomme ich eigentlich meine Pfeile wieder. Nach dem ich schon in Siegburg und Tann in der Röhn geschossen hatte, glaubte ich das es nicht schwerer geht, Irrtum, es geht schwerer. Jeder Teilnehmer war wohl froh, wenn er seinen Parcours hinter sich gebracht hat. Aber irgend wie produzierte man so viel Adrenalin, das man auch die steilsten An- und Abstiege bewältigen konnte. Ja, man konnte am Ende auch ein bisschen Stolz sein, das man diese Woche überstanden hat. Die nachfolgenden Bilder spiegeln leider nicht die wirklichen Steigungen wieder, man kann es aber gut vorstellen. Am Samstag wurden die Siegerehrungen mit Abschlusszeremonie im Dahner Stadtpark durchgeführt. Der Rheinland Pfälzische Ministerpräsident Herr Kurt Beck war von der Planung und Durchführung dieser WM begeistert und bedankte sich bei allen Nationen für die Teilnahme. Vor über Eintausend Anwesenden überreichte er die Medaillen an die Siegreichen Sportler. Er lies es sich auch nicht nehmen, nach der eingeplanten Hälfte doch noch bis zum Schluss dabei zu bleiben. Hat im wohl gefallen. Am Ende hat die Woche Anstrengung und alles andere drum herum allen Teilnehmern gefallen.
Nils
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